In Salò erzählt das Museo del Nastro Azzurro zwei Jahrhunderte Lokalgeschichte

Das Museo del Nastro Azzurro im MuSa von Salò bewahrt Erinnerungsstücke und Dokumente zur militärischen Geschichte der Region zwischen 1796 und 1961.
Das Museo del Nastro Azzurro in Salò, untergebracht in den Räumen des ehemaligen Klosterkomplexes Santa Giustina im MuSa, bewahrt Erinnerungsstücke, Dokumente und Erinnerungen aus rund zwei Jahrhunderten Sozial- und Militärgeschichte der Region. Die Sammlung umfasst den Zeitraum von 1796 bis 1961, von der Ankunft Napoleons über die italienischen Unabhängigkeitskriege bis zu den Weltkriegen. Dabei folgt sie den Schicksalen der mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichneten Soldaten und der Gemeinden im Umland von Salò.
Die Ursprünge der Sammlung von Salò reichen bis ins Jahr 1934 zurück, als die örtliche Gruppe des Istituto del Nastro Azzurro von mehreren Kriegsausgezeichneten gegründet wurde, darunter der Arzt und ehemalige Alpini-Offizier Adolfo Battisti sowie der Drucker Luigi Ebranati, ein ehemaliger Unteroffizier der Bersaglieri. Die beiden begannen mit einer ersten Sammlung über die Schlachten und die lokalen Protagonisten. Nach Battistis Tod im Jahr 1942 setzte Ebranati diese Arbeit vierzig Jahre lang fort und widmete sie den Ausgezeichneten, den Gefallenen und seinem verstorbenen Freund.
1949 wurde das Museum und Heiligtum von Salò nach Battisti benannt. Ein entscheidender Schritt folgte 1976 mit der Gründung der Fondazione Museo Storico del Nastro Azzurro, die 1981 vom italienischen Staatspräsidenten Sandro Pertini als juristische Person anerkannt wurde und bis heute für die Verwaltung der Sammlungen zuständig ist.
Der Rundgang vereint Waffen, Uniformen, Rangabzeichen, Abzeichen, Veröffentlichungen, Gedenktafeln und Skulpturen sowie Dokumente und Propagandaplakate. Die Materialien erzählen drei zentrale Themenbereiche: die Geschichten der mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichneten Soldaten, die Kriegsgeschehen, von denen das Gebiet um Salò betroffen war, und die Formen der Propaganda in den verschiedenen Epochen. Nach Angaben des MuSa ist diese Abteilung einzigartig in Italien. Sie ergänzt die weiteren Sammlungen im Komplex Santa Giustina und macht ein über die Jahre entstandenes Erbe sichtbar, das sich um das zivile und historische Gedächtnis der Stadt gebildet hat.