Die Radtour um den Gardasee: Die Merkmale der Strecke

Der Gardasee ist eines der beliebtesten Ziele für Radsportbegeisterte. Tausende Radfahrer wählen jedes Jahr den Benaco, um sich auf Panoramastrecken zu messen, die Sport, Natur und die Entdeckung der Region verbinden.…
Der Gardasee ist eines der beliebtesten Ziele für Radsportbegeisterte. Tausende Radfahrer wählen jedes Jahr den Benaco, um sich auf Panoramastrecken zu messen, die Sport, Natur und die Entdeckung der Region verbinden. Unter den zahlreichen verfügbaren Routen ist die vollständige Umrundung des Gardasees zweifellos die bekannteste. Der Rundkurs ist mehr als 140 Kilometer lang, führt durch die Lombardei, Venetien und das Trentino und bietet immer neue Ausblicke auf die Ufer des größten Sees Italiens.
In einer Zeit, in der unter den Profis nicht allzu viele Italiener auf dem Fahrrad herausragen, entdecken Amateure wieder häufiger die Freude daran, die interessantesten Orte selbst zu erkunden. Sich in Pogacar, Evenepoel und die anderen großen Protagonisten der Radrennen und des Radsport-Wettens hineinzuversetzen, ermöglicht es, viele oft unterschätzte Schönheiten Italiens aus nächster Nähe zu betrachten, die gerade dank des Sports wieder an Bedeutung gewinnen. Es handelt sich nicht nur um eine aus athletischer Sicht anspruchsvolle Strecke, sondern auch um eine Reise durch einige der eindrucksvollsten Landschaften Norditaliens, mit historischen Dörfern, Uferpromenaden und Panoramen, die sich entsprechend den unterschiedlichen Merkmalen der drei durchquerten Regionen ständig verändern.
Die Radtour um den Gardasee ist etwa 142 bis 145 Kilometer lang, je nachdem, welche Varianten gefahren werden, und wird von gut trainierten Radfahrern gewöhnlich in rund sechs Stunden reiner Fahrzeit bewältigt. Die Strecke kann in beide Richtungen absolviert werden, wobei viele Radfahrer die Fahrt im Uhrzeigersinn bevorzugen und in den frühen Morgenstunden in Riva del Garda starten. Dadurch lässt sich der Pelèr nutzen, der charakteristische Wind, der in den Morgenstunden nach Süden weht und den ersten Teil der Strecke günstiger macht.
Höhenmäßig gibt es keine besonders unbezwingbaren Anstiege, doch der ständige Wechsel zwischen leichten Steigungen und Abfahrten macht den gesamten Rundkurs durchaus anspruchsvoll. Deshalb wird die Strecke in der Regel bereits trainierten Radfahrern empfohlen, die eine Entfernung von mehr als 140 Kilometern ohne besondere Schwierigkeiten bewältigen können. Einer der meistgeschätzten Aspekte der Route ist die Vielfalt der Landschaften. Die Fahrt führt von der Trentiner über die venetische bis zur lombardischen Uferseite. Dabei lässt sich der See aus völlig unterschiedlichen Perspektiven betrachten, während man Gebiete mit großer Geschichte, Kultur und Tradition durchquert.
Von Riva del Garda aus führt die Tour zunächst nach Torbole. Dabei wird der Radweg genutzt, der es ermöglicht, die ersten Tunnel zu umgehen. Anschließend geht es am gesamten Ostufer des Sees entlang durch bekannte Orte wie Malcesine, Brenzone sul Garda, Torri del Benaco, Garda, Bardolino und Lazise bis nach Peschiera del Garda, wo vor Kurzem die vierte Ausgabe des Festival del Garda stattfand. Der zweite Teil des Rundkurses führt in die Lombardei, über Sirmione und Desenzano del Garda weiter in Richtung Salò. In diesem Abschnitt bietet die Strecke dank der sogenannten Zette eines der spektakulärsten Panoramen. Dabei handelt es sich um eine bei Radfahrern besonders beliebte Abfahrt mit einem herrlichen Blick auf den Golf von Salò.
Der letzte Teil der Route verläuft am Westufer des Gardasees über Gardone Riviera, Toscolano Maderno, Gargnano und Limone sul Garda, bevor die Fahrt nach Riva del Garda zurückführt, wo die vollständige Umrundung endet. Obwohl die Tour keine großen technischen Schwierigkeiten aufweist, sind einige Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. In mehreren Abschnitten, besonders am Anfang und am Ende der Strecke, gibt es teilweise recht lange Tunnel. Daher sind Front- und Rücklichter sowie eine Warnweste oder andere reflektierende Vorrichtungen unverzichtbar, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.
Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist der Verkehr. Während der Sommersaison und an Wochenenden sind die Straßen entlang des Sees stark von Autos und Motorrädern befahren, wodurch die Fahrt weniger angenehm und im Hinblick auf die Sicherheit anspruchsvoller wird. Deshalb empfehlen viele Radsportbegeisterte, die Tour in den weniger überfüllten Monaten oder in den frühen Morgenstunden zu unternehmen.