Marzia Roversi begeistert Salò mit einer Kunstausstellung

In Salò verbindet die Kunstausstellung von Marzia Roversi Collage und Graphit mit weiblichen Figuren und Symbolen zwischen Präsenz und Verbergen.
In Salò wurde am vergangenen Wochenende eine Kunstausstellung gezeigt, die Arbeiten von Alessandra Garzetti und Marzia Roversi zusammenführte und dem Publikum zwei eigenständige, zugleich durch die starke Aufmerksamkeit für Figur und Vorstellungswelt verbundene Ausdruckswege bot. Die präsentierten Werke weckten wegen ihrer visuellen Gestaltung und der persönlichen Sprache der beiden Künstlerinnen, die bereits aus Ausstellungen in der Region bekannt sind, das Interesse der Besucher.
Bei Alessandra Garzetti wurden künstlerische Lösungen erneut aufgegriffen, die jenen ähneln, die bereits in Moniga del Garda zu sehen waren. Auch hier tritt die Figur nur teilweise hervor, beinahe durch ein feines Geflecht gefiltert, das ihre Umrisse erahnen lässt, ohne sie vollständig zu enthüllen.
Diese kompositorische Entscheidung stellt das Verhältnis zwischen Präsenz und Verbergen in den Mittelpunkt. Die Bilder scheinen von einem leichten Schleier zurückgehalten zu werden und laden den Betrachter ein, sich mit den stärker verschwommenen Details zu beschäftigen.
Die Werke von Marzia Roversi zeichnen sich dagegen durch eine Leichtigkeit und Zartheit aus, die an die Märchen erinnern, von denen sie sich inspirieren lässt. Ihre Arbeiten entstehen aus großen Collagen auf Holztafeln, die anschließend mit Graphit weiterbearbeitet werden, um einen dreidimensionalen Effekt zu erzielen; bei einigen Kompositionen kommen außerdem Acrylfarbe und Blattgold im Hintergrund zum Einsatz.
Durch diese aufwendige Technik entstehen sehr junge weibliche Figuren und Tiere, die sie häufig begleiten. Das Ganze schafft schwebende Atmosphären, in denen Gestalten wie unvermittelte, zeitlose Erscheinungen wirken.
Auf den Bildern von Marzia Roversi zeigen die Mädchen intensive, weit geöffnete Blicke oder eine zurückhaltende, beinahe nachdenkliche Haltung: Die Augen können halb geschlossen oder geschlossen sein, während neben ihnen Finken oder zahme Raubkatzen erscheinen, die in vollkommener Harmonie mit ihnen stehen.
Insgesamt entsteht ein zartes, zugleich anregungsreiches Erzähluniversum, das durch symbolische Elemente aufgebaut wird, die ausgewogen miteinander in Beziehung treten.
Wer die Ausstellung in Salò nicht besuchen konnte, findet weitere Arbeiten von Marzia Roversi in ihrer Galerie Emporio Amolà in Mirandola, Via Curtatone 20. Dort gibt es auch eine Sammlung von Kunstbüchern mit ihren Illustrationen, weitere von der Künstlerin gestaltete Gegenstände und verschiedene Kunstwerke.
Außerdem ist sie den ganzen September über an den kommenden Wochenenden mit einer Einzelausstellung im Bischofspalast von Quingentole-MN beschäftigt.